Kanada -Westküste ( 30.08.03-14.09.03 )
Ein Reisebericht von Steffi Scholl

Zu Beginn möchte ich als Erstes festhalten, dass diese Reise vom Anfang bis zum Ende sehr erlebnisreich war. Am Flughafen in Frankfurt angekommen wurden wir von unserer Rosenkönigin Heike (ebenfalls Helferin bei Grabo- Tours) schon herzlichst empfangen. Jeder erhielt eine wunderschöne, rot blühende, fein duftende Rose.
Kurz vor Ankunft in Vancouver mussten wir für einen unserer Gäste einen Arzt ausrufen lassen. Die Umstände waren zwar nicht lebensbedrohlich aber sicherlich auch kein schöner Beginn für eine solch wundervolle Reise. Nach mehrstündigem Aufenthalt in einem Krankenhaus vor Ort wurde mir nach der Reise versichert, dass aufgrund der vielen traumhaften Ereignisse dieser kurze Zwischenfall sofort aus dem Gedächtnis gestrichen wurde.

Nach einer erholsamen Nacht in Vancouver bekamen wir am nächsten Morgen auch schon die nächste Hiobsbotschaft von einem unserer Helfer, der sich unsterblich verliebte und mit seiner „Flamme“ das Weite suchte. (Tage später erhielten wir eine Email in der stand, dass er sich in Las Vegas trauen ließ). Nun waren wir eine Riesengruppe mit einem Helfer weniger. Diese Hürde hatten wir allerdings durch die Hilfe von jedem einzelnen mit Bravour gemeistert. - nochmals Danke an alle...

Am zweiten Tag boten uns unser Busfahrer und unsere Reiseleiterin eine erstklassige Stadtrundfahrt, bei der wir einen umfassenden Eindruck von der Stadt zwischen Bergen und Meer erhielten. Wir sahen u.a. das historische Gastown, den Stanley Park mit seinen Totempfählen und gewaltigen Bäumen. Abends aßen wir in einem Restaurant oberhalb unseres Hotels und lernten den sogenannten „Tower“, eine Glasrohrzapfanlage mit ca. zwei Liter Bier- kennen, welcher für den ein oder anderen ein ziemliches Verhängnis wurde.

Nach einem leicht verkaterten Morgen für manch einen ging es nun weiter nach Tsawwassen südlich von Vancouver, wo die Fähre nach Vancouver Island auf uns wartete. Durch die „Straight of Georgia“, vorüber an kleinen und größeren Inseln ging es weiter zur größten Insel vor dem nordamerikanischen Kontinent, Vancouver Island. In Swartz Bay legte die Fähre an. Von dort aus fuhren wir nach Victoria, die von englischem Charakter geprägte Regierungsstadt der Provinz British Kolumbia. Auf dem Weg dorthin besuchten wir den Butchart Garden mit seiner 20 ha großen Parkanlage, in der seit 1904 Pflanzenkulturen aus aller Welt gepflegt werden. Nach einer ausgedehnten Stadtrundfahrt, auf der wir u.a. das Parlamentsgebäude, das Royal Museum und das berühmte Empress Hotel sahen, aßen wir in einem Restaurant unter freiem Himmel zu Abend und gingen später, gespannt auf den nächsten Tag, zu Bett.

Morgens erkundeten wir das Innenleben der Stadt mit seinen kleinen Geschäften. Am Mittag besuchten einige das Embassy Hotel bei einem gemütlichen „Kaffeeklatsch“, dem „High Tea“, und andere gingen auf ein Schiff, um das „Whale Watching“ mitzuerleben. Nach einer sehr lustigen Fahrt auf dem Meer, mit diversen amüsanten Einlagen, wie das wichtige Schützen vor den gefährlichen UV-Strahlen mit Sonnencreme, erprobt an Uwe, unserem Rollifahrer, kamen die Wale. Es war ein sehr spektakuläres Ereignis, mit der Bekanntschaft eines Riesenwales, der beinahe unsere Meike als Vorspeise vernaschte. Dieser Wal kam allerdings so nahe an unser Schiff, dass man ihn hätte streicheln können. Wir sind im ersten Moment so erschrocken, dass sogar die Meike fast rückwärts aus dem Rolli gefallen wäre und einen dermaßen lauten Schrei losließ, dass wir kurzfristig taub gewesen sind.
Um Mitternacht feierten wir Ritas Geburtstag, die für das leibliche Wohl unsereins bestens gesorgt hatte.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Morgen setzten wir mit der Fähre wieder auf das Festland über, wo unsere Reise nach Whistler weiter ging. Auf dem „Sea to Sky Highway“ fuhren wir auf einer sehr kurvenreiche Strecke an den Wasserfällen von Shannon vorbei bis wir Whistler, das Ferienparadies zu allen Jahreszeiten mit vielen Bergen, erreichten. Nach einer Übernachtung in diesem idyllischen Ort von British Kolumbien ging es weiter zu den Harrison Hot Springs mit dem Harrison Lake, einem der größten, langgestreckten Seen in diesem Land. Im hauseigenen Schwimmbad des Hotels mit heißem Quellwasser konnten wir uns gut erholen. Morgens setzten wir unsere Reise nach Kelowna fort, wo wir eine Nacht verbrachten. Aufgrund der wütenden Waldbrände in dieser Region verließen wir diesen Ort recht früh und fuhren weiter nach Salmon Arm. Dort wohnten wir direkt am Shuhswap Lake. Nun folgten wir dem Trans Canada Highway, der quer durch Kanada verläuft und seit mehr als 100 Jahren das Bindeglied zwischen Ost und West darstellt.
Ein kurzer Stop in Craigellachie zeigte uns ein geschichtlicher Höhepunkt, wo 1885 der letzte Nagel in den Schienenstrang der Eisenbahnlinie geschlagen wurde, die den Atlantik mit dem Pazifik auf dem Eisenbahnwege verband. Unsere Fahrt setzten wir durch verschiedene National Parks fort, die von 3000 Meter hohen Gipfeln umgeben waren, bis wir schließlich in Lake Louis im Banff National Park ankamen; dem ältesten National Park Kanadas mit seinen mächtigen Gebirgsketten.

Morgens besichtigten wir das berühmte Chateau Lake Louis, welches sich direkt am Lake Louis befindet. Aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse erkundeten wir diese Gegend per Bus mit anschließendem Stadtbummel in Banff.
Am nächsten Morgen ging es auch schon über den Icefield Parkway oder auch „Traumstrasse der Welt“ genannt, weiter. Mit seinen majestätischen Gipfeln, Gletschermassen und Seen hatten wir trotz viel Nebel ein unglaubliches Panorama. Angekommen im Columbia Icefield, wo die größte Gletschermasse südlich von Alaska ruht, unternahmen wir eine Fahrt mit dem Spezialfahrzeug, dem Snocoach ( kein Rechtschreibefehler ), die einmalig in der Welt ist. Manche konnten sogar auf dem Gletscher spazieren gehen, und miterleben wie rutschig es dort war. Viele schöne Bilder wurden aufgenommen, die man sich noch heute mit offenem Mund ansieht, da dieser Eindruck wirklich unfassbar ist.
Auf dem Weg nach Jasper, wo der Banff National Park weiter nördlich in den Jasper National Park übergeht, konnten wir Elche und sogar einen Schwarzbären sehen. –mein Fotoapparat ließ sich leider nicht so schnell aktivieren und habe deshalb auch kein Bild von dem Bär.
Während unserem nächsten Übernachtungstort in Jasper schlossen wir Bekanntschaft mit „echt Jasper-Einwohner“. –die Mentalität dieser Menschen ist wirklich in Ordnung; ein sehr nettes Volk- Morgens machten wir uns auf den Weg nach Kamloops durch den Mount Robson Park mit der höchsten Erhebung der kanadischen Rockies, dem 3954 Meter hohen Mount Robson. Die Spitze konnten wir leider nur erahnen, da dieser lästige Nebel uns immer noch plagte. Vorbei an vielen glasklaren Flüssen wechselte weiter südlich die Landschaft in ein trockenes Grasland, welches auch als Ranchgebiet genutzt wird. Aufgrund der extremen Hitze während des gesamten Sommers waren etliche Hektar Wald abgebrannt, was uns ein erschreckendes Bild bot. In Kamloops angekommen übernachteten wir eine Nacht und setzten unsere Rückfahrt nach Vancouver am nächsten Morgen fort.

Nun verbrachten wir auch schon unsere letzten beiden Nächte im gleichen Hotel wie bei der Ankunft. Abends landeten wir wieder in dem Restaurant mit dem Tower, und ließen es uns so richtig gut gehen :-) Morgens unternahmen wir noch eine Bootsfahrt durch den Hafen von Vancouver, wobei wir Robben zu Gesicht bekamen. Mittags hatten wir genügend Zeit in der Stadt unsere übriggebliebenen Dollars auf den Putz zu klopfen. An unserem letzten Abend feierten wir Renates Geburtstag und nahmen auch gleichzeitig Abschied von unserem atemberaubenden Urlaub in der weiten Ferne. Morgens hieß es dann endgültig „Tschüssi und Auf Wiedersehen“. Und ehe man sich umsehen konnte, saßen wir schon wieder im Flugzeug auf dem Weg in die Heimat, zurück in den Alltag.
Fazit:
Diese Reise war vom Anfang bis zum Ende ein voller Erfolg!!! Trotz den vielen unerwarteten Ereignissen direkt zu Beginn der Fahrt, konnte uns nichts schockieren! Wir verbrachten eine wunderschöne Reise miteinander. Als große Gruppe, mit unterschiedlichem Alter, hatten wir uns sehr gut verstanden und auch jede Menge Spaß gehabt. Ich denke auch heute noch sehr oft an diese einmalige Reise, was sicherlich auch der Grund ist, dass ich sie nun doch noch auf unserer Internetseite verewige.
Hiermit möchte ich nochmals jedem danken, die zu dem Gelingen dieser Reise beigetragen haben. Sei es Wolfgang, die mitreisenden Gäste, die Helfer, der Busfahrer, die Reiseleiterin –die ununterbrochen redete :-)-, alle Personen, die den Urlaub vom Büro aus organisiert hatten, jeder hatte seinen Teil dazu beigetragen, dies zu einer UNVERGESSLICHEN Reise werden zu lassen. Auf eine weitere gute Zusammenarbeit freue ich mich schon jetzt.

Euere Helferin, Steffi Scholl