Lange habe ich gezögert, bis ich mich zu meinem ersten Flug in den Süden
entschlossen habe. Aufgrund meiner Körperbehinderung konnte ich mich einfach
nicht mit dem Gedanken anfreunden, Urlaub ohne mein Auto (oder Dreirad) zu
machen. Mich zu Fuß nur 100 Meter um das Hotel herum bewegen zu können,
erschien mir als Gefängnis und nicht als Urlaub. Selbst ein Kennenlern-Wochenende von GRABO-TOURS vor
einigen Jahren über Ostern in Mannheim brachte zwar die Erkenntnis, dass
diese Reiseveranstalter dufte Typen sind (Peter Grabowski ist selbst
Rollstuhl-Fahrer), konnte mich aber nicht überzeugen, mich gegen Aufpreis -
der mich sicher nicht arm gemacht hätte - einem Schiebedienst
anzuvertrauen.
Erst nachdem ich meinen für Ausflüge schon vorhandenen
Rollstuhl (im normalen Alltag brauche ich ja keinen) mit einem elektrischen
Antrieb (efix) ausgestattet hatte, kam für mich ein solcher Urlaub in Frage.
Da ich diesen Frühjahr meinen Urlaub zugunsten einer Kur absagen mußte und im
Sommer aufgrund des Austausch aller übrigen Mitarbeiter in meinem Bereich
schlecht Urlaub machen konnte, mußte ich mir für November etwas einfallen
lassen. Die Nordsee kam selbst für mich in dieser Zeit nicht mehr in Frage,
also mal in den Katalog von Grabowski-Tours geschaut, was die für diesen
Zeitraum anbieten. Lanzarote paßte mir zeitlich am besten, also war die
Entscheidung für meinen ersten Flug in den Süden gefallen.
Die Preise bei
Grabowski können und wollen zwar nicht mit LastMinute- oder sonstigen
Schnäppchen-Angeboten konkurrieren, aber dafür weiß ich mich mit meinen
behinderungsbedingten Einschränkungen in guten Händen.
Am 7. November 1999
ging es dann los. Dank Anja und Olaf, die mich im Herbst 1997 mit zur Bootstour auf dem Shannon im Irland
genommen hatten, war es nicht mein erster Flug. Trotzdem galt es neue
Erfahrungen zu machen. Wie war der efix im Flieger zu transportieren? Rollis
sind zusammengeklappt als Sperrgut aufzugeben, aber wohin mit den schweren
Akkus? Peter Grabowski empfahl mir, die Akkus und das Bedienungselement zu
demontieren und als Handgepäck mitzunehmen. Da ich aber ein größeres und
schwereres Akku habe, war dieses ein Ding der Unmöglichkeit für mich. Also
habe ich mir eine stabile Tasche besorgt, dort alles hineingepackt, ein blaues
Behindertensymbol aufgeklebt, ganz groß "Elektrischer Antrieb für Rollstuhl"
darauf geschrieben. Sicherheitshalber das auch in Englisch, Französisch,
Spanisch, Portugiesisch und Italienisch. Zwar kann ich außer Englisch keine
dieser Sprachen, aber wozu gibt es Übersetzungsmaschinen im Internet?
Hapag
Lloyd hat diese 38 kg schwere Tasche auch klaglos und kostenfrei angenommen.
Nur beim Sicherheitscheck wurde ich herausgewunken und mußte die Tasche
verständlicherweise zur Sichtkontrolle des Bundesgrenzschutzes öffnen.
Am
Flughafen Hannover lernte ich dann meine zwei anderen Mitreisenden und einen
der Grabowski-Helfer kennen. Das Betreten des Flugzeuges verlief problemlos -
die Rollstuhlfahrerin wurde von Bediensteten der Fluggesellschaft mit einem
speziellen Tragerollstuhl auf ihren Platz gebracht und der Flug konnte -
nachdem auch alle übrigen Passagiere eingestiegen waren - beginnen. Der Flug
verlief ohne besondere Zwischenfälle, somit sitze ich nun in kurzer Hose an
meinem Lieblingsspielzeug, dem Communicator, und schreibe einen
Reisebericht.
Wir sind mit 18 Reisenden und 1 Helferin und 2 Helfern im Hotel "Timanfaya Palace" in Playa Blanca untergebracht. Unterkunft und Verpflegung sind spitzenmäßig - wesentlich besser als der Webauftritt des Hotels.
Am ersten Tag nach dem Anreisetag empfängt uns unser Reiseleiter Wolfgang
Grabowski (der nichtbehinderte Bruder von Peter) um 11:00 Uhr zum zwanglosen
Cocktail- oder besser formuliert "Sangria-"Empfang und stellt uns sein
weiteres Programmangebot vor. Alle zwei Tage bietet er ein zusätzliches
Ausflugsprogramm über die ganze Insel an. Von einfachen Ausflugsfahrten bis zu
Highlights, wie Kamelreiten, U-Bootfahrt, Jeep-Safari, Katamaran-Fahrt und
einen Ausflug nach Fuerteventura ist für jeden Geschmack etwas dabei. Montag
und Dienstag ist allerdings zur Erholung noch ausflugsfrei, schließlich wollen
die Pools bei über 30°C auch genutzt werden.
Mittwoch dann der erste
Ausflug in den Norden von Lanzarote. Über Yaiza, die Hauptstadt Arrecife und
den weltbekannter Windsurfertreffpunkt Costa Teguise geht es in den 'Jardin de
Cactus' mit einem 2 m hohen Kaktus, der angeblich täglich 5 Liter Wasser
benötigt (Scherz unseres niederländischen Fremdenführers). Hauptzweck des
Kaktusanbaus ist allerdings die Zucht der Kaktusschildlaus, die getrocknet und
zermahlen einen hochwertigen Bekleidungsfarbstoff, das Karminrot abgeben.
| Hier im Kaktusgarten habe ich nach dem Genuß einer kleinen Kostprobe aus Weißwein und Schafkäse meine erste Konfrontation mit der spanischen Sprache. Würde ich das richtige Örtchen für Männlein finden? Aber die Spanier haben vorgesorgt - nicht nur, daß ich das Wörtchen 'Machos' zweifelsfrei zuordnen kann, sondern zur Verdeutlichung hat der spanische Künstler auch noch Männlein und Weiblein in Lebensgröße plastisch dargestellt - ein Erlebnis, das unserem Oliver, der blind ist, nicht vorenthalten werden darf. |
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Schließlich kommen wir hoch in den Norden, nach Mirador del Río. Hier hat
der berühmteste Künstler Lanzarotes, Cesar Manrique (der auch den Kaktusgarten
geschaffen hat), ein Restaurant in das Lavagestein hauen lassen und dadurch
einen einzigartigen Aussichtspunkt auf die autofreie Insel Graciosa
geschaffen. Hier leben 350 Personen, alle mit dem Nachnamen Toledo.
Auf der
Rückfahrt sammeln wir noch auf dem höchsten Punkt Lanzarotes Lavagestein ein
und werfen auch noch einen Blick auf die Salinas, wo das Salz für die
Fischindustrie gewonnen wird. Schon wieder ist ein schöner Tag zu Ende.
Donnerstag dient der Erholung bevor Freitag neue Erlebnisse (u.a. Kamelreiten)
warten.
Nachdem der gestrige freie Tag mir die ersten beiden Bäder im Meer
und einen Sonnenbrand auf dem Rücken beschert hat, war heute wieder ein
Ausflug angesagt.
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Es ging zum Timanfaya Nationalpark. Zunächst war Kamelreiten durch den Montaña de Fuego angesagt. Okay, muß man mitgemacht haben, darf meinetwegen aber ein einmaliges Erlebnis bleiben. |
Es folgte ein Besuch im "El Diablo", dem wahrscheinlich einzigem Restaurant der Welt, welches das Essen unmittelbar mit Erdwärme zubereitet. Zunächst konnten wir beobachten, wie in ein "Erdloch" geworfenes Reisig plötzlich brannte, dann wurden 5 Liter Wasser in ein Loch geschüttet, die sich drei Sekunden später mit einer riesigen Wasserdampf-Fontäne wieder entluden. Dieses war so beeindruckend und laut, dass unser Nesthäkchen, die dreijährige Sarah, so heftig erschrak, das selbst ihre Mama sie nur schwer wieder beruhigen konnte. Aber wie gesagt, die Hitze - die dort aus der Erde entweicht -, wird auch zu nützlicheren Dingen verwendet. Leider waren die schönen Fleischstückchen auf dem Rost nicht für uns bestimmt, wir bekamen stattdessen "nur" leckeren Apfelkuchen.
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Nach dieser kleinen Stärkung fuhr der Bus mit uns in den Timanfaya-Naturschutzpark, der zum
Schutz dieser einmaligen, sehr bizarren Lavalandschaft eingerichtet wurde und
nur noch von Bussen auf einer Einbahnstraße durchfahren werden darf. Zum
Abschluß wurden diese starken Eindrücke im Besucherzentrum in einer
Multimediashow nochmals aufbereitet.
Auf der Rückfahrt fuhren wir noch
durch Casas de el Golfo und an der Lagune Verde vorbei - eine smaragdgrüne
Lagune, die aber leider durch Münzeinwürfe (und entsorgte Cola-Dosen) von
Touristen derart verunreinigt wurde, dass ihr Zugang erst einmal reguliert
wurde.
Abends wurde dann noch kurzfristig ein kleines Beach-Meeting unter
dem Motto "Sekt am Strand" improvisiert. Da jeder von uns Grabo-Reisenden bei
der Ankunft eine Flasche Sekt auf seinem Zimmer vorgefunden hatte, war es kein
Problem, genügend Flaschen zusammenzubekommen - die an der Hotelbar zunächst
gegen gekühlte Flaschen umgetauscht wurden - und dann ging es ab an den
Strand. Egal ob aus den mitgebrachten Sektschalen oder aus den
Zahnputzgläsern, der Sekt war für alle 14 Anwesenden der gleiche!
Am
nächsten Tag war ich froh, einen Ruhetag zu haben, der Kamelritt war doch
spürbar! Außerdem steht mir ja noch der ultimative Grabo-Härtetest bevor. Um
21 Uhr ist Sammeln zum Abtauchen ins Nachtleben von Lanzarote, dessen Abschluß
in der Disco auf dem Dach sein soll. Außerdem wurde mir unbedingt geraten, an
der privaten Jeep-Fahrt teilzunehmen, die am nächsten Morgen um 9 Uhr startet.
Da bin ich doch froh, nicht heute nachmittag zum ersten U-Boottermin
eingeteilt zu sein. Überhaupt überlegte ich ernsthaft, die U-Boot-Fahrt
gänzlich sausen zu lassen, das Angebot ist einfach zu umfangreich, um alles
mitzumachen. Schaun mer mol... - wie sich das Wetter entwickelt, gestern und
heute ist der Himmel öfters bedeckt und es angenehm kühler; über 20°C werden
es aber immer noch sein. Übrigens, der ultimative Grabo-Härtetest fiel dann
doch aus, da sich offenbar nienand bereit fand, diesen Test mitzumachen.
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Die Jeep-Safari war heute für mich wieder als einmalig einzustufen. Auf vier Jeeps verteilt (einer allein für unsere beiden Fremdenführer und unsere Rollstühle) brausten wir über die ganze Insel. Da sich das Wetter nach einigen Regentropfen kolossal besserte (>25°C) wurden die Verdecks schon beim ersten Stop eingerollt und die Tour der Marlboros, Camels und Fortuna (spanische Zigarettenmarke) konnte beginnen. Trotzdem die Asphaltstrecke zunächst überwog, stellte sich bald ein Jeep-Safari-Feeling ein. |
Zum Mittagessen gab es deshalb auch neben Hähnchenbein und leckeren
lanzarotischen Kartoffeln (mit Schale zu essen) für die staubigen Lungen
Rotwein und Wasser. Wasser brauchten alle Teilnehmer der Jeep-Safari
anschließend allerdings noch in größeren Mengen - niemand ließ sich nach der
Rückkehr vom direkten Weg unter die Dusche abhalten.
Zum Abendessen gab es
dann - außer dem Lanzarote-Wein, den ich mir heute gönnte (er ist zwar teurer
als die üblichen spanischen Weine 'Sangre de Toro von Torres' oder 'Campo
Viejo - Rioja', aber das ist bei dem höheren Aufwand beim Anbau ja
verständlich) - noch zwei Überraschungen: Zum einen bekam ich die Information,
dass ich morgen um 8:55 Uhr zur U-Boot-Fahrt abgeholt werde, zum anderen trieb
eine der Serviererinnen ihr Späßchen mit mir.
Hatte ich in den letzten
Tagen schon immer wieder amüsiert beobachtet, dass diese Damen keine Kinder
von Traurigkeit waren und auftretende Sprachbarrieren gekonnt überspielten
(z.B. hatte eine der Serviererinnen ihren frisch geschorenen Kurzhaarschnitt
mit der Glatze eines Gastes verglichen - als dieser dann seine frisch polierte
Platte zu ihr herunterneigte, bekam er prompt einen Kuß hierauf), war ich
heute nun selbst das Opfer.
Die pfiffigste der Bedienungen bat mich (auf
spanisch und durch Zeichensprache) ihr von meinem Essen eine Gabel abzugeben.
Da ich Angst hatte, der Schönen mit meiner Gabel die Wangen durchzuspießen,
bot ich ihr an, selbst von meinem Teller zu nehmen. Dieses verstand die Gute
allerdings nicht - ersatzweise bot sie mir ihre Wange an, eine Chance, die ich
mir natürlich nicht entgehen ließ wofür sie sich natürlich revanchierte, was
mir nicht nur den Neid meiner männlichen Mitreisenden einhandelte.
Am
Montag morgen war dann für mich Abtauchen mit dem U-Boot angesagt.
| Dieses Vergnügen gibt es nur auf Mallorca, Hawaii und hier auf Lanzarote in der Marina "Puerto Calero". Es ist wirklich ein erlebenswertes Highlight. Rollstuhlfahrer werden mit einem Flaschenzug auf einem Sitz, wie ihn Fassadenmaler haben, ins Boot gelassen - ich konnte gut und bequem die Leiter hinabklettern. Überhaupt war es im U-Boot nicht eng, dunkel und beängstigend, sondern hell und freundlich. Zu zweit hockte man sich bequem vor einem der 80 cm großen Bullaugen und bewunderte die bunte Fischwelt. Unter jedem Bullauge befand sich ein Monitor, auf dem das Geschehen über die Außenbordkamera verfolgt werden konnte. 35 m tief sank das U-Boot bis auf den Meeresgrund. Einfach faszinierend - die Fotos und die U-Boot-Fahrer-Bescheinigung werden mich lange daran erinnern. |
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Nach der U-Boot-Fahrt ging es in das "Hotel Princess", in dem unsere restlichen 6 Mitreisenden und ihr Betreuer abgestiegen sind, zum Paella-Essen. Dort gab es wieder eine rote Flüssigkeit ("Sangria") zu trinken, so dass ich über die Rückfahrt wenig zu berichten weiß.
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Mir ist nur noch in Erinnerung, dass ich die erste Fuhre zurück genommen
habe und um 16:30 Uhr erleichtert auf mein Bett gesunken bin. Beim Abendbrot
wurde ich dann schon als Verlust gebucht. Aber die kannten mich eben noch
nicht! Als ich um 19:30 Uhr aus dem Koma erwachte, war mein erster Gedanke:
'Glück gehabt, Abendessen gibt es bis 22.00 Uhr!'. Obwohl ich garantiert nicht
lallte, merkte Muttern am Telefon aber sofort, dass ihr Junior nicht ganz okay
klang. Nach dem Abendessen glaubten einige Mitreisenden an eine wundersame
Erscheinung, als sie mich sahen, aber alle Versuche, mich mit in die Disco zu
locken, blieben erfolglos.
Nun habe ich zwei Ruhetage, bevor zum Finale
noch eine Katamaren-Fahrt und der Ausflug nach Fuerteventura zwei begeisternde
Wochen abschließen.
Dienstag abend hatte ich dann Gelegenheit, die Qualität
meines Englisch zu überprüfen, als ich mit Steve und Liz aus Cornwall ins
Gespräch kam. Steve ist ebenfalls Rollstuhlfahrer und hat sich bei einigen
Ausflügen mit seiner Frau uns angeschlossen, nur so konnte er von Lanzarote
etwas mehr zu sehen bekommen als die unmittelbare Umgebung unseres Hotels. Da
eine Verständigung auf Englisch für mich natürlich äußerst schwierig ist,
mußte der Communicator hier mithelfen. Er wurde einfach für eine Art Chat hin
und her gereicht:
| F: | I can't good speaking and hearing and I can't good English, but I
hope, that you can understand me, when I write this. I wanted to drive with my car to Bristol in the next year, because my cousin is living there. If we change our adress in the next days, we can meeting in the next year? PS: My name is Frank |
| S: | My name is Steve and my wife is called Liz. We live in
Cornwall. When you are in England, please telephone us and if possible we can arrange to meet. Our telephone number is 11 222 333333. |
| F: | Okay, than must my cousin telephone to you, she can good speak English. |
| S: | You speak better english than I speak german |
| F: | This is so, because I need English to work with computers, you need
German also for your holidays in Germany (or Lanzarote). One idea: Is your mobil telephone (I see it of the paper from your wife to W.Grabowski) with 'Short Message Service'? (for a direct writing contact of me to you) |
| S: | Have you email? |
| F: | Yes!!! |
| S: | My e-mail address is : xxx@yyy.com |
Soweit mein englischer Chat.
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Am Donnerstag ging es dann auf den Katamaran. Einer der
größeren Sorte, auf den maximal 106 Personen passen. Seit Oktober dieses
Jahres gibt es sogar eine Rampe für Rollstühle. Diese Katamaran-Fahrt
war natürlich für mich alten Seebären super. Leider hißte die Crew nur
das Vorsegel und ließ den Motor immer mittuckern, so dass das echte
Segel- oder gar Katamaran-Feeling ausblieb. Auch für den Badestop hätte
ich mir eine schönere Bucht vorstellen können. Bewundernswert aber mal
wieder, dass das Grabo-Helferteam alles dran setzte, auch einigen von
uns dieses Badeerlebnis zu ermöglichen. Selbst mich wollte Tafi
unbedingt ins Wasser schmeißen - wahrscheinlich ist er auf mein
Rückflugticket für eine Lanzarote-Schönheit scharf <grins>. Da ich mir als Haifutter zu schade war, sind wir alle wohlbehalten zurückgekehrt. |
Morgen heißt es früher aufstehen, wir bekommen ab 7:00 Uhr Frühstück, ab
8:15 Uhr starten wir 6 Neugierigen mit 2 Helfern in unseren beiden Kleinbussen
(Grabo mit seinem Piaggio Porter und wir in einem Hyundai H1-Minibus) auf der
Fähre 'Armas Volcan deTindaya' nach Fuerteventura.
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Nach vierzigminütiger Überfahrt kommen wir in Corralejo an, weiter geht es nach La Oliva, wo ein früherer Bürgermeister ein öffentliches Schwimmbad baute, nur um sich in dieser wasserarmen (vom Meeressalzwasser abgesehen) Gegend vor den umliegenden Gemeinden zu profilieren. Die herrschaftlichen Gebäude des Casa de los Coroneles (ehemaligen militärischen Obersten) und des einst prunkvollen, verlassenen Anwesens der Manrique y Laras dokumentieren eine jahrhunderte alte Tradition der Macht. |
Auf der Weiterfahrt verfestigt sich bei uns der Eindruck, dass Fuerteventura heller, durch Erolsion abgerundeter aber felsiger - statt Lava - ist. So wird Lanzarote vor dem letzten Vulkanausbruch auch ausgesehen haben.

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In der alten Inselhauptstadt Betancuria, die in einem Gebirgsbachtal liegt, haben wir die 1691 wieder aufgebaute Kathedrale Santa Maria besichtigt und das gleichnamige Restaurant aufgesucht, um Papas Arugadas (kanarische Kartoffeln), einheimischen Käse (Queso), einheimischen Schinken (Jamon) und spanisches Omlette (Tortilla) dazu zwei verschiedene Soßen sowie Wasser und Rosewein zu uns zu nehmen. |
In den beiden Geschäften gab es die Fertigung von Strohhüten nach alter Tradition, traditionelle Kunststickerei am Holzrahmen, Keramiktöpferei sowie die Handhabung eines antiken Webstuhls zu sehen. Weiter ging unsere Rundfahrt am Buen Paso (Busen von Brigitte Bardot) über Pájara, Tuineje nach La Antugua.

Am Pueblo Majorero (restaurierte Windmühle von Atigua mit Heimatmuseum und Kunsthandwerk) legen wir nur einen kurzen Fotostop ein. Weiter geht es nach Puerto del Rosario und dann an der Küstenstraße nach Playa de Corralejo. Solche gewaltigen Sand-/Felsdünen hatte ich noch nicht gesehen. Der Sand am Strand ist sehr pulvrig. Selbst die Wissenschaftler rätseln noch über seine Herkunft - eine Theorie ist, dass er aus der Sahara stammt. Um 17:00 Uhr fahren wir dann mit der 'Lineas Fred. Olson' wieder zurück nach Lanzarote.
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Abend gehts dann in die Karaoke-Bar, wo erst unser blinder Oliver mit "New
York, New York" und dann Helfer Matthias mit "Da sprach der alte Häuptling"
ihre ersten Auftritte hatten. Es folgten nach einigen anderen Sängern unsere
Helfer Tafi, Matthias und Max mit "In the Navy". Oliver mit "Straingers in the
Night" und "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett", the new group 'Grabowski
Helpers' with *Skandal im Sperrbezirk - Skandal um Grabo", Oliver mit "Besame
Mucho", Wolfgang Grabowski mit "Unchain my heart", Oliver mit "Mit 17 hat man
noch Träume" und "My Way"
Dazwischen das Erscheinen einer unserer
Serviererinnen, die sich ebenfalls in die Bar verlief. Meine gewohnt
stürmische Begrüßung holte die Gute glatt von ihren Stöckeln, danach ihr
Auftritt mit "Mis manos en tu cintura" und zum Schluß unsere Helfer nochmals
mit "Who the F*K is Alice" und Oliver mit "La Bamba". Alle Zuhörer, egal ob
Deutsche, Engländer oder Spanier sind fasziniert, wie unser Oliver deutsche,
englische aber auch spanische Texte sauber und passend zur Musik singt. Alle
sehenden Sänger konnten am mitlaufenden Textband immer den Text mitlesen bzw.
sich orientieren, an welcher Stelle sich die Musik befand. Trotzdem er diese
optische Hilfen nicht hatte, sang Oliver die Lieder fast fehlerfrei.
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Als die Kakaroke-Bar schließt, ziehen alle in die drüberliegende Discothek um. Die Spanier entwickeln unglaubliches Engagement, um uns Rollstuhlfahrer die Treppen hochzutragen. Selbst mein mit zwei Akkus beladener Rolli wird klaglos die Stufen hinauf- und um 3:45 Uhr wieder hinunter getragen, als auch die Disco ihre Pforten schließt. Also zieht die Karawanne unter Führung unserer Serviererin weiter. |

Diese spanische Nacht endet mit einer privaten Fete der verbliebenen 12 wackeren Gestalten, die ich vorzeitig verlasse, um erleichtert - weil unbeschadet - noch vor dem Morgengrauen in mein Bett zu sinken.
| Am Samstag ist dann noch mal Erholung und nebenbei Kofferpacken angesagt. Natürlich werde ich beim Abendessen "standesgemäß" mit Küßchen verabschiedet, bevor Grabowski um 20:30 Uhr zum Abschiedssekt lädt. | ![]() |
Zünftig mit Nikolausmütze feiern wir den Abschied und verschwinden recht früh in unseren Zimmern, denn am Sonntag gibt es schon ab 6:30 Uhr Frühstück, die Frankfurt-, Düsseldorf- und Hannover-Flieger starten ab 7:30 Uhr mit dem großen Bus zum Flughafen. Leipzig fährt um 10:30 Uhr mit dem Taxi, Stuttgart um 15:00 Uhr mit dem Spezialbus und München mit zwei Taxis und Grabows Minibus um 17:00 Uhr.
Damit gehen zwei schöne Wochen zu Ende.
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Playa Blanca, 99/11/17
Nach 10 von 14 Tagen Lanzarote beginne ich schon mal ein Fazit meiner ersten Reise mit Grabowski-Tours zu ziehen.
Es war ein wunderschöner Urlaub für mich und zugleich eine äußerst positive Erfahrung. Solch ein Spezialanbieter, wie Grabowski-Tours, bietet Körperbehinderten mit dem nötigen Kleingeld die Möglichkeit, Urlaub in Regionen zu machen, die aufgrund der Handicaps mit den üblichen Reisebüros nicht durchführbar wären. Gekostet hat mich diese Reise anno 1999 für Flug, 14 Übernachtungen im Zimmer mit Bad und WC mit Halbpension im 5-Sterne-Hotel 3.650 DM plus Einzelzimmerzuschlag 840 DM plus Versicherungspaket 100 DM.
Die Reise entspricht im Grunde einer gewöhnlichen Reise über das Reisebüro. So bekamen wir z.B. ganz normale Tickets von TUI. Grabowski-Tours sorgte allerdings für den rollstuhlgerechten Transfer Flughafen/Hotel, für ein ständiges Helferteam und für rollsuhlgerechte Ausflüge.
Der Transfer vom Flughafen zum Hotel geschah in Lanzarote mit einem
Kleinbus, der einen eingebauten Lift hatte.
Im Reisepreis inbegriffen sind
kleinere Helferdienste, wie z.B. Hilfe beim Büffet, Ein- und Ausstieghilfe in
den Bus, Umsetzen auf die Liege, 'Schmeißen' in den Pool etc. Bei größerer
Hilfe sollte ein Zuschlag für Schiebedienst in Höhe von dieses Mal 600 DM
entrichtet werden.
Das Helferteam besteht aus ehrenamtlichen Laien, die für ihre Hilfe die freie Mitfahrt sowie ein kleineres Taschengeld bekommen. Diese Helfer sind keine professionellen Pflegekräfte und werden auch nicht hierfür mitgenommen und entlohnt - wer solche Pflege benötigt, muß seine Pflegeperson selbst mitbringen.
Zusätzlich bot Grabowski-Tours jeden zweiten Tag einen Ausflug an, im einzelnen waren das:
| Lanzarote-Nordrundfahrt | 7.000 pts. (ca. 80 DM) |
| Timafaya-Naturschutzpark zzgl. Kamelreiten |
6.500 pts. (ca. 75 DM) 1.000 pts. (ca. 10 DM) |
| Jeep-Safari incl. Mittagessen | 7.000 pts. (ca. 80 DM) |
| U-Boot | 6.500 pts. (ca. 75 DM) |
| Paella-Essen | 1.750 pts. (ca. 20 DM) |
| Katamaranfahrt incl. Getränke | 7.500 pts. (ca. 90 DM) |
| Ausflug nach Fuerteventura | 8.000 pts. (ca. 95 DM) |
Alle Ausflüge waren rollstuhlgerecht, d.h. die Zahl der Ausstiege war auf
das nötigste reduziert, die Rollstuhlfahrer wurden auf einem speziellen Stuhl
(wie bei den Fluggesellschaften) in und aus den Bus gebracht (falls absolut
notwendig auch im eigenen Rollstuhl), notfalls wurde am Bus auch schon mal ein
störendes Geländer abgeschraubt.
Für mich haben sich durch diese Reise
völlig neue Perspektiven ergeben. Mein lange gehegter Traum von einer Reise in
Übersee muß nun kein ewiger Traum mehr bleiben, die USA, Hawaii, Kuba sind nun
plötzlich näher gerückt. Wenn nicht im nächsten Jahr, dann im übernächsten
oder einem der folgenden Jahre - solange meine Gesundheit mitspielt.
Irgendwann werde ich der Aufforderung nachkommen, die mich von Kindesbeinen an
begleitet: "FRANKIE, GO TO HOLLYWOOD!"
Allerdings möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass ich mit unserem Helferteam Dagmar Kilian, Tafi Moralis, Mathias Dohn und Max Freundschig ein optimales Helferteam erlebt habe, das die Meßlatte für zukünftige Helfer sehr hoch angelegt hat.

Nonplusultra auf dieses Helferteam war dann noch der Reiseleiter Wolfgang Grabowski, der in seiner unnachahmlichen Art das i-Tüpfelchen bildete.

Auf zu neuen Taten und Reisen!
Alle Angaben ohne Gewehr!
Rechtschreibpfähler © Frank Winkelmann, Bünde
1999
Diese und weitere Kultur- und Abenteuerreisen sind zu buchen bei:
GRABO-TOURS
Rennweilerstr.5
66903 Ohmbach/Pfalz
Internet: www.grabo-tours.de
E-Mail: info@grabo-tours.de